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Diversität. Macht. Konflikte. 2025

Wie schaffen wir Zusammenarbeit auf Augenhöhe?

Wir gehen oft davon aus, dass Macht in selbstorganisierten und emanzipatorischen Organisationen gleichmäßig verteilt ist oder gar keine Rolle spielt. Doch die Realität sieht häufig anders aus: Macht existiert – ob bewusst oder unbewusst – und bleibt in vielen Gruppen ein großes Tabuthema. Gerade in selbstorganisierten Strukturen, in denen Hierarchien bewusst flach gehalten werden, wird Macht oft nicht offen angesprochen, was den Umgang damit erschwert. Das führt zu Konflikten. 

Wir schaffen einen Raum, in dem das Thema Macht enttabuisiert und reflektiert wird. Denn nur, wenn Machtstrukturen und Machtverhältnisse bewusst gemacht werden, kann der Umgang damit konstruktiv gestaltet werden. 

Auch ein häufiger Grund für Konflikte: Diversität – also unterschiedliche Hintergründe, Erfahrungen und Perspektive. 

An der Schnittsteller dieser beiden Tabuthemen setzt dieser Kurs an. Wir erarbeiten Wege, wie diese Faktoren positiv genutzt werden können. Der Kurs bietet eine Mischung aus Austausch, praxisorientierten Übungen und gezielten Impulsen. Dabei soll das Bedürfnis nach konkreten Werkzeugen für die Arbeit in unseren eigenen Gruppen nicht zu kurz kommen. 

Verschiedene Gruppen gehen mit dem Spannungsfeld von Diversität, Macht und Konflikten ganz unterschiedlich um:

  • Machtmissbrauch gibt es bei uns nicht, weil sich hier alle auf Augenhöhe begegnen.
    Oder doch: „Machtverhältnisse sind bei uns oft subtil wirksam – wir tun uns schwer, sie zu erkennen und anzusprechen.“
  •  „Diversität ist ausdrücklich willkommen.
    Oder mehr: „Die Vielzahl unterschiedlicher Perspektiven, Erfahrungen und Strategien fordert uns oft heraus.“
  •  „Wenn bei uns Konflikte auftreten, benennen wir sie auf eine gewaltfreie Art und lösen sie auf konstruktive Weise.“
    Oder eher: „Es gibt unterschwellige Spannungen und Konflikte, die wir vermeiden anzusprechen.“

Module:

  • Wir reflektieren die Entstehung von Machtdynamiken in Gruppen und entwickeln Strategien, um sie transparent zu gestalten und Missbrauch vorzubeugen – für mehr Vertrauen und gegenseitige Unterstützung.
  • Wir lernen, Diversität als „kreative Spannung“ zu nutzen und schaffen Kommunikationsräume, in denen auch unbequeme Perspektiven gehört und integriert werden können.
  • Wir erkunden, wie klare Rollen und Verantwortlichkeiten entstehen können, ohne strukturelle Hierarchien zu verfestigen. 
  • Wir üben, Spannungen und Konflikte frühzeitig zu erkennen, respektvoll anzusprechen und als Chance für kollektives Lernen und stärkeren Zusammenhalt zu nutzen..

Der Kurs ist für dich, wenn…

  • … du in einer Organisation oder Gruppe bist und dich für Gruppendynamik und Prozesse zuständig fühlst.
  • … du mehr Diversität in deine Organisation bringen oder diese Fördern willst, aber nicht so recht weißt, wie. 
  • … du es satt hast, dass niemand über “Führung” reden will, es aber inoffizielle “Leaders” gibt.
  • … du dich endlich mal über “Macht” austauschen willst, ohne Scham, Tabu und Streit.

Lernziele

In diesem Kurs nehmen wir uns Zeit, die Herausforderungen und Spannungsfelder rund um die Themen Macht, Diversität, Konflikte und Leadership nicht nur zu benennen und zu reflektieren, sondern auch konstruktiv anzugehen. Unser Ziel ist es, gemeinsam Wege zu entwickeln, wie Gruppen handlungsfähiger, resilienter und nachhaltiger arbeiten können. Das Ziel ist es, ein Arbeitsumfeld zu schaffen, in dem jede:r gehört wird und in dem Macht und Vielfalt als Ressourcen für bessere Zusammenarbeit und innovative Lösungen anerkannt werden.

Referent:innen

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Adrian Sina Vollmer

SelbstOrganisationsEntwicklung

Sina (er) ist Coach, Mediator und Organisationsentwickler mit Sitz in Freiburg. Er unterstützt seit vielen Jahren Einzelpersonen und NGOs in Krisen, Konflikten und bei strukturellen Veränderungen. In seiner Arbeit geht es u.a. um Selbstorganisation, Partizipation und kollektives Leadership.

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Laura Grossmann

Humus

Laura ist in der Organisationsentwicklung auf Gruppen und Organisationen spezialisiert, die eine oder mehrere dieser Merkmale mitbringten: Arbeit mit Freiwilligen, politische Arbeit, basisdemokratisch orientiertes Arbeiten. Im Verein Humus verbindet sie ihr professionelles Wissen mit ihrer persönlichen Erfahrung in aktivistischen Kontexten.

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Alexandra Strickner

Fair sorgen!

Alexandra (she) is a political economist, co-founder, board member and managing director of the Competence Center for Infrastructure Economics, Public Services and Social Provisioning. She has more than 20 years of experience in social change processes and in the building and strategic support of broad multi-actor networks & alliances in Austria and internationally through which economic alternatives to neoliberal globalization are developed and promoted. She has also co-founded Attac Austria, Anders Handeln (Austrian Trade Justice Plattform) and fair sorgen! Wirtschaften fürs Leben (care fairly! An Economy for Life).

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